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Häufige Fragen zu Achtsames Selbstmitgefühl (MSC)

Wofür steht MSC?

Mindful Self-Compassion, abgekürzt MSC, bedeutet auf deutsch Achtsames Selbstmitgefühl. Im Kern geht es darum mit uns selbst so liebevoll und unterstützend umzugehen wie mit einem guten Freund (und das tun über 70% der Menschen im Westen nicht).

MSC Infos von Maximilian Schwab

Brauche ich Vorerfahrung um teilnehmen zu können (z.B. im Meditieren)?

Nein. Es ist keine Vorerfahrung notwendig.

MSC Meditation

Wer hat das MSC-Programm entwickelt?

MSC wurde von den Forschern und Achtsamkeitslehrern Kristin Neff und Christopher Germer entwickelt. Es geht zurück auf die Forschung von Kristin Neff über die höhere Wirksamkeit von Selbstmitgefühl gegenüber Selbstwertgefühl (2003). Das Programm wird von der weltweiten Community der MSC-Lehrenden weiterentwickelt.

Christopher Germer and Kristin Neff

Gibt es ein Handout zum Kurs?

Das mit Abstand beste Handout ist das Übungsbuch. Es enthält neben den Themen auch einen Großteil der Übungen und zwar so adaptiert, dass man sie alleine machen oder wiederholen kann.
Auf Wunsch erhältst du einzelne eigene Visualisierungen oder vorgelesene Gedichte, die ich in den Kurs einbaue.

Selbstmitgefühl das Übungsbuch Maximilian Schwab

Was ist Selbstmitgefühl?

Selbstmitgefühl ist wie Mitgefühl für andere – nur nach innen gerichtet. Es geht um das Zusammenspiel dieser drei Komponenten: Achtsamkeit, Selbstfreundlichkeit und Gemeinsam Menschsein.

Achtsamkeit

Ohne zu urteilen alle Erfahrungen wahrnehmen und „mit ihnen sein“ so wie sie sind.

Selbstfreundlichkeit

Mit uns so verständnissvoll, und unterstützend umgehen wie mit einem guten Freund*In.

Gemeinsam Menschsein

Leid & Unvollkommenheit als normalen Teil des Menschseins sehen. Es geht allen manchmal so.

Ein Moment von Selbstmitgefühl kann deinen ganzen Tag verändern – eine Reihe solcher Momente dein ganzes Leben.

Christopher Germer

Was sagt die Forschung zu Selbstmitgefühl?

Genauso wie Forschungen zu Achtsamkeit und Meditation ist Forschung zu Selbstmitgefühl stark im Trend. Inzwischen gibt es mehr als 2000 wissenschaftliche Studien. Die fürsorgliche Freundlichkeit zu sich selbst und zu anderen Menschen angesichts schwieriger
Erfahrungen erscheint als zentrales Puzzlestück für Resilienz, zur besseren Bewältigung von Stress und Empathiemüdigkeit. Einige Erkenntnisse sind:

Größeres Wohlbefinden

Eine Zunahme von Lebenszufriedenheit,  mehr lesen

Mehr Resilienz

In stressigen & schwierigen emotionalen Situationen mehr lesen

Höhere Motivation

Selbstmitfühlende Menschen haben hohe mehr lesen

Gute Beziehungen

Als emotional verbunden, akzeptierend und mehr lesen

Mitgefühl für andere

Zu vergeben und gegenüber anderen emphatisch und  mehr lesen

Empathiemüdigkeit

Eine wichtige Ressource in helfenden Berufen mehr lesen

Was ist der Unterschied von MBSR und MSC?

Beide Programme zielen auf Stressreduktion ab und bauen Achtsamkeit auf. Sie sind quasi identisch strukturiert mit Übungsabenden und einem Übungstag. MBSR hilft Dir Dich häufiger bewusst zu fragen „Was nehme ich gerade war?“. MBSR entwickelt Mitgefühl implizit.
MSC hilft Dir Dich häufiger bewusst zu fragen „Was brauche ich gerade?“. Die Meditationen werden neben der reinen Wahrnehmung angereichert mit Elementen des Wohlwollens und der Güte. Dadruch entwickelt MSC explizit Mitgefühl und Selbstmitgefühl.

Wieso inneres Mitgefühl? Ist es dasselbe wie Selbstmitgefühl?

Ja, es geht um dasselbe. „Inneres Mitgefühl“ soll ausdrücken, dass es wenn überhaupt nur einen künstlichen Unterschied von Mitgefühl und Selbstmitgefühl gibt. Es ist dasselbe, nur das eine geschieht innne.
Für Anfänger ist die Umschreibung auch hilfreich, weil sie beim Wort Selbstmitgefühl vielleicht immer wieder an Selbstmitleid oder andere negativ besetzte Selbst*-Wörter denken und zögern sich der Praxis des Selbsmitgefühls zu widmen. Für fortgeschrittene Meditierende wiederum ist es vielleicht Routine sich immer wieder daran zu erinnern, dass unser Selbst nur aus Nicht-Selbst besteht und alles „Selbst“ eine Illusion ist. Auch da kann die Umschreibung hilfreich sein.

Wenn dein Mitgefühl Dich selbst nicht miteinschliesst, ist es nicht vollständig.

Buddha

Lerne ich durch Selbstmitgefühl Selbstliebe?

Ja, denn Selbstmitgefühl hilft uns unsere kritischen Stimmen auszubalancieren, die uns gerne davon abhalten uns selbst wertzuschätzen.
Und Selbstmitgefühl lädt uns zu einem ausgewogenen Blick ein. Wir sind genauso Mensch wie andere. Wenn es also an mir liebenswerte Dinge gibt, dann an anderen auch. So behütet auch Selbstmitgefühl vor einer künstlichen Überhöhung von uns selbst – der Selbstverliebtheit. Während Selbstverliebtheit wie jede Verliebtheit auf lieb gewonnenen Projektionen und Illusionen beruht, liebt die Selbstliebe nur das was tatsächlich im Hier und Jetzt da ist.

Wieso ist Selbstmitgefühl das Gegenteil von Selbstmitleid?

Ein großer Mythos über das Selbstmitgefühl ist, dass es bedeutet, sich selbst zu bemitleiden.
Dabei lässt es uns schwierige Gefühle leichter akzeptieren und wohlwollend annehmen. Das wiederum hilft uns sie gründlicher zu verarbeiten und dann auch wieder loszulassen. Die Folge ist, dass wir uns weniger in selbstmitleidigen Gedanken verlieren, grübeln und allein auf uns fokussieren.

Warum motiviert Selbstmitgefühl?

In unserer Gesellschaft scheint der Glaube weit verbreitet, dass Selbstbestrafung und Selbstkritik dafür geeignet sind uns zu motivieren schwierige Dinge zu tun. Dagegen erscheint Selbstmitgefühl als zu selbstnachgiebig oder selbstzufrieden.
Paradoxerweise ist es genau umgekehrt. Forschungen zeigen, dass Selbstkritik unsere Motivation schwächt und die Angst Fehler zu machen vergrößert. Selbstkritik löst inneren Stress aus. In diesem Bedrohungsmodus müssen wir uns nicht nur vor dem Scheitern, sondern unserer Selbstkritik fürchten. Wenn wir hingegen unsere Fehler mitfühlend statt verurteilend betrachten, sehen wir uns selbst viel
klarer. Und mit diesem Blick liefert Selbstmitgefühl viel Vorschub für Motivation.

Warum ist Selbstmitgefühl kein Zeichen von Schwäche?

Studien nahe, dass es oft nicht nur darumgeht, was uns im Leben passiert, sondern wie wir
uns selbst begegnen, wenn die Wellen höher schlagen: als Verbündeter oder als Feind. Das bestimmt, wie gut wir mit den Begebenheiten unseres Lebens zurechtkommen. Im Leben jedes Menschen schlagen die Wellen einmal höher. In diesem Kontext erscheint Selbstmitgefühl – statt einer
Schwäche – vielmehr als eine unserer mächtigsten Ressourcen. Es ermöglicht auch, dass wir schwierige Situationen nicht nur irgendwie durchstehen und verdrängen, sondern auch aus ihnen lernen.

Ist Selbstmitgefühl egoistisch?

Nein. Der gute Kontakt mit uns selbst bewirkt sogar das Gegenteil. Aus eigener Erfahrung weißt Du wahrscheilich, dass Du im Zustand von Selbstverurteilungen viel mit Dir selbst beschäftigt bist und folglich wenig Spielraum hast, um an irgend etwas anderes als Dein „eigenes unzureichendes Selbst“ zu denken. Gehst Du jedoch wohlwollend mit Dir um, werden viele Deiner emotionalen Bedürfnisse erfüllt und Du kannst Dich folglich besser auf andere einlassen.